Um das
kulturelle Angebot der 24 Gemeinden der Verbandsgemeinde Alzey-Land zu
bereichern, wurden 2011 die Theatertage Alzeyer Land ins Leben gerufen. Ein
Theater-Festival deshalb, weil es in der Verbandsgemeinde viele
Laien-Schauspielgruppen gab und immernoch gibt. Hierdurch – so die Idee –
sollte das Laienschauspiel gleichzeitig auch aktiv gefördert werden. Denn die
vielen Gruppen waren zwar zahlreich vertreten und sehr aktiv, erhielten aber
eher wenig Aufmerksamkeit.
In
Zusammenarbeit mit den Theatervereinen lud die Verbandsgemeinde Alzey-Land zusätzlich
Ensembles aus ganz Rheinhessen zum Theaterspielen ins Alzeyer Land ein. Diese
begeisterten das Publikum im Jahr 2011 mit elf hochklassigen Veranstaltungen an
elf aufeinanderfolgenden Tagen in elf verschiedenen Gemeinden und ließen nichts
zu wünschen übrig.
Aufgrund des umfassenden
Zuspruchs und des großen Erfolgs der Theatertage entschied sich die
Verbandsgemeinde Alzey-Land, die Festivalreihe fortzuführen und bereichert
seither die rheinhessische Theaterlandschaft nachhaltig. Mittlerweile finden
ganz verschiedene Aufführungen an mehreren Wochen und an wechselnden Spielorten
in der gesamten Verbandsgemeinde statt. Wichtig ist es den Verantwortlichen dabei,
auch Produktionen für Kinder und Jugendliche anzubieten.
„Heute geht´s nur um Lappalien“
Chawwerusch Theater bei den
VG-Theatertagen in Mauchenheim
„Jetzt wird gefälligst Gericht
gehalten!“, forderte Gerichtsrätin Walter energisch. Doch in welchen
rechtspolitisch fragwürdigen Sumpf sie damit trat, entpuppte sich erst im Laufe
der Verhandlung beim Stück „der zerbrochene Krug“ anlässlich des Starts der Theatertage
Alzeyer Land, die auch am kommenden Wochenende mit vier weiteren Stücken für
die ganze Familie fortgesetzt wird.
Die herrliche Kulisse des
Mauchenheimer Pfarrgartens zog 170 Gäste an und auch das Wetter meinte es gut
mit dem Theaterabend unter freiem Himmel. Der Bürgermeister der
Verbandsgemeinde Alzey-Land, Steffen Unger dankte besonders dem Heimat- und
Kulturverein aus Mauchenheim für die Bewirtung und die Hilfe beim Auf- und
Abbau. Und so bot sich der Theatertruppe Chawwerusch in mittlerweile drei
Jahrzehnte langer Tradition die perfekte Voraussetzung für ihr professionelles
Spiel. „Dabei geht´s heute nur um Lappalien“, winkte Lina Zimmer alias
Schreiberin Licht ab, bereits ahnend, dass es bei der Anklage um einen
zerbrochenen Krug um mehr gehen könnte. Vorher sollte sie aber noch schnell die
fünf Kassen des Dorfrichters auf vier reduzieren und die Vormundschaftsakten
als Blutwurstverpackungsmaterial beseitigen. Ob er dann wollte oder nicht,
Richter Adam gespielt von Ben Hergl musste sich seinen „eigentümlich gestellten
und teilweise nicht aufgeschriebenen Gesetzen“ stellen. Um die Wahrheit zu
vertuschen, arbeitete er, so stellte sich nach und nach heraus, mit allen Tricks
und Einschüchterungsversuchen, die ihm so einfielen. Felix S. Felix und Lina
Zimmer schlüpften in Heinrich von Kleists Komödie von 1808 in jeweils drei
Rollen bis am Ende doch die ganze Wahrheit ans Licht kam – eine wahre
Meisterleistung des Schauspiels wunderbar arrangiert von Regisseur Walter
Menzlaw. Und was damals im 19. Jahrhundert zu Tumult im Publikum führte,
äußerte sich am Samstagabend in minutenlangem Standing Ovations und ausnahmslos
begeisterten Stimmen.
„Manche mochten es, andere mussten“
„Balladen für Jedermann“ bei den
Theatertagen Alzeyer Land
„Wir alle lernten sicherlich die
eine oder andere auswendig. Manche mochten es, andere mussten“, weckte Initiatorin
und Gastgeberin Roswitha Wünsche-Heiden viele Erinnerungen im Publikum als sie
über Balladen, wie Friedrich Schillers „Das Lied von der Glocke“ sprach. Denn beim
zweiten Stück der Theatertage Alzeyer Land ging es um „Balladen für Jedermann“
mit jeder Menge Überraschungen des Jedermann-Ensembles aus dem letzten Jahr
zusammen mit der Theatergruppe des Landfrauenvereins Erbes-Büdesheim.
Von Heinz Erhards „die Made“,
Mathias Claudius gereimter Geschichte von David und Goliath bis Frank Wedekinds
„Tantenmörder“ standen Balladen quer durch die Geschichte im Zentrum des
Abends. Die 23 Schauspieler zwischen sechs und 86 Jahren spielten 22 Sketche,
Parodien oder auch Lieder, die erschütterten, erheiterten oder auch erst
erraten werden mussten. Durch die ständig wechselnden Szenen und immer neuen
Umsetzungsideen hätte der Abend kurzweiliger nicht sein können und bestimmt
erkannten die Gäste in der voll besetzten Theaterscheune im Erbes-Büdesheimer
Heidenhof die eine oder andere Ballade wieder, noch auswendig im Kopf oder
wiedererkannt. Welch tolle Idee von Schauspieler Horst Schmidt!

Datum: Samstag, 29.08.2026 um 15.00 Uhr, Gemeindehalle
Flomborn
Ein Circus-Mitmach-Clowntheater für Kinder ab 3 Jahren
Eigentlich wollte Zopp mit dem ganzen Circus kommen. Aber
der steckt fest. Richtig fest. Und kommt nicht los. Da bleibt dem Direktor nur
eins übrig: Zopp alleine losschicken und ihm einen großen Koffer voller
Requisiten mitgeben. So kommt es, dass Zopp den Circus ganz alleine spielen
muss ...
Heraus kommt ein Kinder-Mitmach-Circus-Clowntheater, das die
Kinder verzaubert und mitreißt. Aus braven Mädchen und Jungen werden reißende
Tiger, große graue Elefanten und mächtige Pyramiden.
Kartenvorverkauf: 8 Euro, Abendkasse: 10 Euro

Datum: Samstag, 29.08.2026 um 19.00 Uhr, Schausteinbruch Flonheim
--> Bei schlechtem Wetter
Adelberghalle Flonheim
„Theater in der Römischen Provinz-T.i.P.“ Die Vögel - eine der bekanntesten Komödien, 414
v.Chr. geschrieben und immer noch aktuell. Wusste man schon damals etwas über
Transit Zölle, lästige Steuern, Vetternwirtschaft? Zwei Athener Bürger wandern
aus; ins Land er Vögel. Ist es dort besser und was sagen die Götter dazu? Eine
temperamentvolle Komödie, die schon das Publikum in der Antike feierte und mit
„rheinhessischem Augenzwinkern“, auch das heutige Publikum begeistert.
--> Im Rahmen des Themenjahrs „Römer in Rheinhessen“
Kartenvorverkauf: 10 Euro, Abendkasse: 12 Euro

Datum: Sonntag, 30.08.2026 um 15.00 Uhr, Gemeindehalle Biebelnheim
Es ist Nacht. Tiefe
dunkle Winternacht. Ein alter Wolf trottet zum Dorf der Tiere. In seinem Beutel
hat er einen Stein. In seiner Schnauze nur einen Zahn. Und in seinem Kopf eine
Idee: Aus dem Stein eine schmackhafte Suppe zu machen. So klopft er an die Tür
der Henne. Neugierig öffnet sie ihm die Tür. Einen Wolf hat sie noch nie
gesehen. Als der nun mitten im Zimmer
seinen Stein auspackt und nach einem Kessel verlangt, wird ihr doch ein wenig
bang ums Hühnerherzchen. Was, wenn dem grauen Kerl nach einer kräftigeren
Bouillon der Sinn steht? Ein bisschen Sellerie zur Suppe kann ja nicht schaden,
schlägt da die Henne eilig vor. Nach und nach peppen die Tiere - Pferd, Schaf,
Ziege, Hund und Ente - die fade Brühe mit allerlei Gemüse auf. Und laden sich -
als gute Nachbarn eben - auch gleich zum Abendessen ein. Am Ende ist die Suppe
alle. Nur der Stein ist nicht ganz durch.
Eine einfache Geschichte über Kälte und Hunger, Mut
und Sorge, Einsamkeit und Gemeinschaft und darüber, wie der simple Plan, aus
nichts etwas zu machen, am Ende auch mit Witz gelingt.
Eintrittspreis: 3 Euro

Datum: Sonntag, 30.08.2026 um 18.00 Uhr, Gemeindehalle
Bermersheim v.d.H.
Nur wenige schreiben so ehrlich und direkt, dabei
gleichzeitig so poetisch und lakonisch über Liebe, wie Leonard Cohen es getan
hat. Inspiriert von diesen Songs sind Szenen entstanden, in denen wir u.a. der
ikonischen Suzanne begegnen, erleben einen Dialog mit Jannis Joplin nach einer
gemeinsamen Nacht im Chelsea Hotel, sehen wie Cohen sich von Marianne trennt
und wie ein anderes Mal Jane ihn verlässt, nachdem sie ihn mit dem berühmten
blauen Regenmantel betrogen hat. Dabei wird die Liebe in allen Facetten gezeigt,
mal schmerzhaft, mal leicht, immer wahrhaftig.
„There’s a crack in everything, that’s how the light gets
in“ – dieses Zitat aus dem Song „Anthem“ ist titelgebend für das Stück.
Leonard-Cohen-Songs werden zu Bildern und erwachen vor den
Augen des Publikums zum Leben.
Kartenvorverkauf: 12 Euro, Abendkasse: 14 Euro

