Die diesjährigen Theatertage waren ein voller
Erfolg. Ein buntes Programm begeisterte große und kleine Theaterfreunde.
Möglich gemacht haben dies neben den
Schauspielerinnen und Schauspielern die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
unserer Verwaltung, die Mitglieder des Vorbereitungsteams Roswitha
Wünsche-Heiden und Volker Gallé, die Ortsgemeinden und Vereine, die uns bei der
Organisation und Bewirtung unterstützt haben und nicht zuletzt die Sponsoren
EWR und Volksbank Alzey-Worms.
Ihnen allen danke ich sehr herzlich für die
tolle Unterstützung und die gute Zusammenarbeit. Ich freue mich auf die Theatertage
2027!
Ihr
Steffen Unger
Bürgermeister der Verbandsgemeinde Alzey-Land
„Heute geht´s nur um Lappalien“
Chawwerusch Theater bei den
VG-Theatertagen in Mauchenheim
„Jetzt wird gefälligst Gericht
gehalten!“, forderte Gerichtsrätin Walter energisch. Doch in welchen
rechtspolitisch fragwürdigen Sumpf sie damit trat, entpuppte sich erst im Laufe
der Verhandlung beim Stück „der zerbrochene Krug“ anlässlich des Starts der Theatertage
Alzeyer Land, die auch am kommenden Wochenende mit vier weiteren Stücken für
die ganze Familie fortgesetzt wird.
Die herrliche Kulisse des
Mauchenheimer Pfarrgartens zog 170 Gäste an und auch das Wetter meinte es gut
mit dem Theaterabend unter freiem Himmel. Der Bürgermeister der
Verbandsgemeinde Alzey-Land, Steffen Unger dankte besonders dem Heimat- und
Kulturverein aus Mauchenheim für die Bewirtung und die Hilfe beim Auf- und
Abbau. Und so bot sich der Theatertruppe Chawwerusch in mittlerweile drei
Jahrzehnte langer Tradition die perfekte Voraussetzung für ihr professionelles
Spiel. „Dabei geht´s heute nur um Lappalien“, winkte Lina Zimmer alias
Schreiberin Licht ab, bereits ahnend, dass es bei der Anklage um einen
zerbrochenen Krug um mehr gehen könnte. Vorher sollte sie aber noch schnell die
fünf Kassen des Dorfrichters auf vier reduzieren und die Vormundschaftsakten
als Blutwurstverpackungsmaterial beseitigen. Ob er dann wollte oder nicht,
Richter Adam gespielt von Ben Hergl musste sich seinen „eigentümlich gestellten
und teilweise nicht aufgeschriebenen Gesetzen“ stellen. Um die Wahrheit zu
vertuschen, arbeitete er, so stellte sich nach und nach heraus, mit allen Tricks
und Einschüchterungsversuchen, die ihm so einfielen. Felix S. Felix und Lina
Zimmer schlüpften in Heinrich von Kleists Komödie von 1808 in jeweils drei
Rollen bis am Ende doch die ganze Wahrheit ans Licht kam – eine wahre
Meisterleistung des Schauspiels wunderbar arrangiert von Regisseur Walter
Menzlaw. Und was damals im 19. Jahrhundert zu Tumult im Publikum führte,
äußerte sich am Samstagabend in minutenlangem Standing Ovations und ausnahmslos
begeisterten Stimmen.
„Manche mochten es, andere mussten“
„Balladen für Jedermann“ bei den
Theatertagen Alzeyer Land
„Wir alle lernten sicherlich die
eine oder andere auswendig. Manche mochten es, andere mussten“, weckte Initiatorin
und Gastgeberin Roswitha Wünsche-Heiden viele Erinnerungen im Publikum als sie
über Balladen, wie Friedrich Schillers „Das Lied von der Glocke“ sprach. Denn beim
zweiten Stück der Theatertage Alzeyer Land ging es um „Balladen für Jedermann“
mit jeder Menge Überraschungen des Jedermann-Ensembles aus dem letzten Jahr
zusammen mit der Theatergruppe des Landfrauenvereins Erbes-Büdesheim.
Von Heinz Erhards „die Made“,
Mathias Claudius gereimter Geschichte von David und Goliath bis Frank Wedekinds
„Tantenmörder“ standen Balladen quer durch die Geschichte im Zentrum des
Abends. Die 23 Schauspieler zwischen sechs und 86 Jahren spielten 22 Sketche,
Parodien oder auch Lieder, die erschütterten, erheiterten oder auch erst
erraten werden mussten. Durch die ständig wechselnden Szenen und immer neuen
Umsetzungsideen hätte der Abend kurzweiliger nicht sein können und bestimmt
erkannten die Gäste in der voll besetzten Theaterscheune im Erbes-Büdesheimer
Heidenhof die eine oder andere Ballade wieder, noch auswendig im Kopf oder
wiedererkannt. Welch tolle Idee von Schauspieler Horst Schmidt!
Mit Zopp als Pferdchen im Zirkus
Theatertage mit Zopp & Co. in
Flomborn
„Hallo? Hier ist ja gar keiner!“,
zeigte sich Clown Zopp enttäuscht bei seiner Ankunft in der Flomborner
Gemeindehalle. Doch dann entdeckte der Koblenzer Künstler doch noch sein
Publikum anlässlich der Theatertage Alzeyer Land und ließ sich von ihm sogar
noch tatkräftig unter die Arme greifen.
22 Kinder und ihre Familien waren
am vergangenen Samstagnachmittag bei „Zopp macht Zirkus“ dabei und erlebten ein
von der Verbandsgemeinde Alzey-Land organisiertes für Groß und Klein
mitreißendes Familientheater. Die Flomborner Ortsbürgermeisterin Sabine Kröhle
freute sich sehr, dass ihre Ortsgemeinde dieses Jahr eins der Familienstücke
der Theatertage ausrichten durfte und bedankte sich auch im Namen der VG beim
Förderverein der örtlichen Kindertagesstätte Dorfgrabenbande für die Bewirtung.
Nun musste sich Christof Heiner
alias Clown Zopp aber erst einmal einrichten mit seinem Koffer voller
Equipment. „Der restliche Zirkus ist nämlich im Schlamm stecken geblieben und
der Direktor hat mich mit dem Koffer losgeschickt, damit wenigstens einer heute
hier ist,“ erzählte Zopp. Mit jedem neuen Utensil das er daraufhin aus seinem
Koffer zog, entpuppte sich der Clown nach und nach als toller Jonglage-Künstler
und großartiger Schauspieler mit einem tollen Draht zu den Kindern, denn die
trauten sich schließlich als Pferdchen und Artisten auf die Bühne für einen
rundum gelungenen und äußerst sympathischen Zirkus für die ganze Familie.
Vom antiken Athen bis ins heutige
Flonheim
Theatertage im Flonheimer
Schausteinbruch mit T.i.P
Sonst spielen sie im Römischen
Theater Mainz, am Samstagabend engagierte die Verbandsgemeinde Alzey-Land das
T.i.P Theater in der Provinz im Flonheimer Schausteinbruch anlässlich der
Theatertage Alzeyer Land. In Kooperation und dank der Unterstützung der
Flonheimer Naturfreunde und dem Altertumsverein Alzey und Umgebung e.V. wurde
das antike Stück „die Vögel“ auch anlässlich des vom rheinhessischen
Kulturkalender ausgerufenen Römerjahres 2026 ausgewählt.
Mit vielen Wortwitzen, rheinhessischem
Gebabbel und Liedern rund um Vögel gründeten zwei ausgewanderte Athener die
neue Stadt Wolken-Kuckucks-Heim. Bevor sie dort dann aber in Frieden und ohne
Zwänge leben können, mussten Götter befragt, Orakel beschworen und diverse
bunte Vögel beschwichtigt werden. Die Truppe aus sieben Schauspielern trat vom
Pinguin bis zum Flamingo in jeder Menge lustiger Kostüme auf und adaptierte das
politik-kritische Stück von 414 v. Chr. mit viel Engagement in die heutige
Zeit.
Ein Löffel Gemeinschaft für alle
VG-Theatertage mit TheaterRaum Mainz in
Biebelnheim
Ein Stein, ein Wolf und eine
faszinierende Geschichte in einem Dorf voller Tiere begegnete den Kindern in
Biebelnheim anlässlich der Theatertage Alzeyer Land am Sonntagnachmittag.
TheaterRaum Mainz spielte das
bekannte Kinderbuch „Steinsuppe“ von Anaïs Vaugelade mit bewusst einfachem
Equipment für umso mehr Fantasie in den Kinderköpfen.
Verena Gerlach und Heike
Mayer-Netscher als Wolf und Henne führten in die Geschichte ein, in der ein
Wolf eine Henne besucht um dort eine Suppe mit Stein zu kochen. „Jetzt kommen
Hund und Ziege dazu, um nach der Henne zu sehen. Aber wie könnten die
aussehen?“ fragten die Schauspielerinnen das Publikum in der voll besetzten
Gemeindehalle. Da dienten spontan Topflappen als Hundeohren und Häkelnadeln als
Ziegenhörner. So dachten sich die Kinder im Verlauf der Geschichte immer mehr
Tiere und Suppen-Zutaten aus, die dazu kamen, bis schließlich alle Tiere eine
Kelle Suppe probieren durften.
Der Plan, im Gemeinschaftsprojekt
die rührige Geschichte über Kälte, Mut und Zusammenhalt zu erarbeiten, ging
voll auf und wird in den Köpfen der Familien sicher noch lange nachhallen – ein
tolles Theatererlebnis!
Gefühlswelten auf höchstem Niveau
VG-Theatertage mit dem ZimmerTheater
Speyer in Bermersheim v.d.H.
Großartige Theatererlebnisse
neigten sich dem Ende zu am vergangenen Sonntagabend: „Cohen – in allem ist ein
Riss“ vom ZimmerTheater Speyer bildeten den Schlusspunkt und noch einmal einen
echten Höhepunkt bei den Theatertagen Alzeyer Land 2026.
In der ausverkauften
Gemeindehalle von Bermersheim vor der Höhe nahmen Andreas Krüger und Véronique
Weber das Publikum mit in die poetische Gedankenwelt von Leonard Cohen. Mal
zutiefst leidenschaftlich-berührende, mal erschreckend-bedrückende
Gefühlswelten spielten die beiden in kurzen Sequenzen in einer emotionalen
Bandbreite nach, die nur selten in dieser Intensität auf der Bühne gelingt. Aus
den jeweils emotionalen Tiefen erlöst wurden die Zuschauer erst durch die
Lieder, die die beiden auf höchstem Niveau sangen. Klassiker, wie „so long,
Marianne“ über „Suzanne“ bis „thanks for the dance“ durften dabei nicht fehlen.
Hier kamen Theaterfans noch einmal voll auf ihre Kosten und belohnten die
Künstler mit minutenlangen Standing Ovation.



