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Theatertage des Alzeyer Landes

Theatertage Alzeyer Land Logo
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Vielen Dank!

Die diesjährigen Theatertage waren ein voller Erfolg. Ein buntes Programm begeisterte große und kleine Theaterfreunde.

Möglich gemacht haben dies neben den Schauspielerinnen und Schauspielern die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Verwaltung, die Mitglieder des Vorbereitungsteams Roswitha Wünsche-Heiden und Volker Gallé, die Ortsgemeinden und Vereine, die uns bei der Organisation und Bewirtung unterstützt haben und nicht zuletzt die Sponsoren EWR und Volksbank Alzey-Worms.

Ihnen allen danke ich sehr herzlich für die tolle Unterstützung und die gute Zusammenarbeit. Ich freue mich auf die Theatertage 2027!

Ihr 
Steffen Unger 
Bürgermeister der Verbandsgemeinde Alzey-Land

Rückblick auf die Theatertage 2026

„Heute geht´s nur um Lappalien“

Chawwerusch Theater bei den VG-Theatertagen in Mauchenheim

„Jetzt wird gefälligst Gericht gehalten!“, forderte Gerichtsrätin Walter energisch. Doch in welchen rechtspolitisch fragwürdigen Sumpf sie damit trat, entpuppte sich erst im Laufe der Verhandlung beim Stück „der zerbrochene Krug“ anlässlich des Starts der Theatertage Alzeyer Land, die auch am kommenden Wochenende mit vier weiteren Stücken für die ganze Familie fortgesetzt wird.

Die herrliche Kulisse des Mauchenheimer Pfarrgartens zog 170 Gäste an und auch das Wetter meinte es gut mit dem Theaterabend unter freiem Himmel. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Alzey-Land, Steffen Unger dankte besonders dem Heimat- und Kulturverein aus Mauchenheim für die Bewirtung und die Hilfe beim Auf- und Abbau. Und so bot sich der Theatertruppe Chawwerusch in mittlerweile drei Jahrzehnte langer Tradition die perfekte Voraussetzung für ihr professionelles Spiel. „Dabei geht´s heute nur um Lappalien“, winkte Lina Zimmer alias Schreiberin Licht ab, bereits ahnend, dass es bei der Anklage um einen zerbrochenen Krug um mehr gehen könnte. Vorher sollte sie aber noch schnell die fünf Kassen des Dorfrichters auf vier reduzieren und die Vormundschaftsakten als Blutwurstverpackungsmaterial beseitigen. Ob er dann wollte oder nicht, Richter Adam gespielt von Ben Hergl musste sich seinen „eigentümlich gestellten und teilweise nicht aufgeschriebenen Gesetzen“ stellen. Um die Wahrheit zu vertuschen, arbeitete er, so stellte sich nach und nach heraus, mit allen Tricks und Einschüchterungsversuchen, die ihm so einfielen. Felix S. Felix und Lina Zimmer schlüpften in Heinrich von Kleists Komödie von 1808 in jeweils drei Rollen bis am Ende doch die ganze Wahrheit ans Licht kam – eine wahre Meisterleistung des Schauspiels wunderbar arrangiert von Regisseur Walter Menzlaw. Und was damals im 19. Jahrhundert zu Tumult im Publikum führte, äußerte sich am Samstagabend in minutenlangem Standing Ovations und ausnahmslos begeisterten Stimmen.

„Manche mochten es, andere mussten“

„Balladen für Jedermann“ bei den Theatertagen Alzeyer Land

„Wir alle lernten sicherlich die eine oder andere auswendig. Manche mochten es, andere mussten“, weckte Initiatorin und Gastgeberin Roswitha Wünsche-Heiden viele Erinnerungen im Publikum als sie über Balladen, wie Friedrich Schillers „Das Lied von der Glocke“ sprach. Denn beim zweiten Stück der Theatertage Alzeyer Land ging es um „Balladen für Jedermann“ mit jeder Menge Überraschungen des Jedermann-Ensembles aus dem letzten Jahr zusammen mit der Theatergruppe des Landfrauenvereins Erbes-Büdesheim.

Von Heinz Erhards „die Made“, Mathias Claudius gereimter Geschichte von David und Goliath bis Frank Wedekinds „Tantenmörder“ standen Balladen quer durch die Geschichte im Zentrum des Abends. Die 23 Schauspieler zwischen sechs und 86 Jahren spielten 22 Sketche, Parodien oder auch Lieder, die erschütterten, erheiterten oder auch erst erraten werden mussten. Durch die ständig wechselnden Szenen und immer neuen Umsetzungsideen hätte der Abend kurzweiliger nicht sein können und bestimmt erkannten die Gäste in der voll besetzten Theaterscheune im Erbes-Büdesheimer Heidenhof die eine oder andere Ballade wieder, noch auswendig im Kopf oder wiedererkannt. Welch tolle Idee von Schauspieler Horst Schmidt!

Mit Zopp als Pferdchen im Zirkus
Theatertage mit Zopp & Co. in Flomborn

„Hallo? Hier ist ja gar keiner!“, zeigte sich Clown Zopp enttäuscht bei seiner Ankunft in der Flomborner Gemeindehalle. Doch dann entdeckte der Koblenzer Künstler doch noch sein Publikum anlässlich der Theatertage Alzeyer Land und ließ sich von ihm sogar noch tatkräftig unter die Arme greifen.

22 Kinder und ihre Familien waren am vergangenen Samstagnachmittag bei „Zopp macht Zirkus“ dabei und erlebten ein von der Verbandsgemeinde Alzey-Land organisiertes für Groß und Klein mitreißendes Familientheater. Die Flomborner Ortsbürgermeisterin Sabine Kröhle freute sich sehr, dass ihre Ortsgemeinde dieses Jahr eins der Familienstücke der Theatertage ausrichten durfte und bedankte sich auch im Namen der VG beim Förderverein der örtlichen Kindertagesstätte Dorfgrabenbande für die Bewirtung.

Nun musste sich Christof Heiner alias Clown Zopp aber erst einmal einrichten mit seinem Koffer voller Equipment. „Der restliche Zirkus ist nämlich im Schlamm stecken geblieben und der Direktor hat mich mit dem Koffer losgeschickt, damit wenigstens einer heute hier ist,“ erzählte Zopp. Mit jedem neuen Utensil das er daraufhin aus seinem Koffer zog, entpuppte sich der Clown nach und nach als toller Jonglage-Künstler und großartiger Schauspieler mit einem tollen Draht zu den Kindern, denn die trauten sich schließlich als Pferdchen und Artisten auf die Bühne für einen rundum gelungenen und äußerst sympathischen Zirkus für die ganze Familie.

Vom antiken Athen bis ins heutige Flonheim
Theatertage im Flonheimer Schausteinbruch mit T.i.P

Sonst spielen sie im Römischen Theater Mainz, am Samstagabend engagierte die Verbandsgemeinde Alzey-Land das T.i.P Theater in der Provinz im Flonheimer Schausteinbruch anlässlich der Theatertage Alzeyer Land. In Kooperation und dank der Unterstützung der Flonheimer Naturfreunde und dem Altertumsverein Alzey und Umgebung e.V. wurde das antike Stück „die Vögel“ auch anlässlich des vom rheinhessischen Kulturkalender ausgerufenen Römerjahres 2026 ausgewählt.

Mit vielen Wortwitzen, rheinhessischem Gebabbel und Liedern rund um Vögel gründeten zwei ausgewanderte Athener die neue Stadt Wolken-Kuckucks-Heim. Bevor sie dort dann aber in Frieden und ohne Zwänge leben können, mussten Götter befragt, Orakel beschworen und diverse bunte Vögel beschwichtigt werden. Die Truppe aus sieben Schauspielern trat vom Pinguin bis zum Flamingo in jeder Menge lustiger Kostüme auf und adaptierte das politik-kritische Stück von 414 v. Chr. mit viel Engagement in die heutige Zeit.

Ein Löffel Gemeinschaft für alle
VG-Theatertage mit TheaterRaum Mainz in Biebelnheim

Ein Stein, ein Wolf und eine faszinierende Geschichte in einem Dorf voller Tiere begegnete den Kindern in Biebelnheim anlässlich der Theatertage Alzeyer Land am Sonntagnachmittag.

TheaterRaum Mainz spielte das bekannte Kinderbuch „Steinsuppe“ von Anaïs Vaugelade mit bewusst einfachem Equipment für umso mehr Fantasie in den Kinderköpfen.

Verena Gerlach und Heike Mayer-Netscher als Wolf und Henne führten in die Geschichte ein, in der ein Wolf eine Henne besucht um dort eine Suppe mit Stein zu kochen. „Jetzt kommen Hund und Ziege dazu, um nach der Henne zu sehen. Aber wie könnten die aussehen?“ fragten die Schauspielerinnen das Publikum in der voll besetzten Gemeindehalle. Da dienten spontan Topflappen als Hundeohren und Häkelnadeln als Ziegenhörner. So dachten sich die Kinder im Verlauf der Geschichte immer mehr Tiere und Suppen-Zutaten aus, die dazu kamen, bis schließlich alle Tiere eine Kelle Suppe probieren durften.

Der Plan, im Gemeinschaftsprojekt die rührige Geschichte über Kälte, Mut und Zusammenhalt zu erarbeiten, ging voll auf und wird in den Köpfen der Familien sicher noch lange nachhallen – ein tolles Theatererlebnis!

Gefühlswelten auf höchstem Niveau
VG-Theatertage mit dem ZimmerTheater Speyer in Bermersheim v.d.H.

Großartige Theatererlebnisse neigten sich dem Ende zu am vergangenen Sonntagabend: „Cohen – in allem ist ein Riss“ vom ZimmerTheater Speyer bildeten den Schlusspunkt und noch einmal einen echten Höhepunkt bei den Theatertagen Alzeyer Land 2026.

In der ausverkauften Gemeindehalle von Bermersheim vor der Höhe nahmen Andreas Krüger und Véronique Weber das Publikum mit in die poetische Gedankenwelt von Leonard Cohen. Mal zutiefst leidenschaftlich-berührende, mal erschreckend-bedrückende Gefühlswelten spielten die beiden in kurzen Sequenzen in einer emotionalen Bandbreite nach, die nur selten in dieser Intensität auf der Bühne gelingt. Aus den jeweils emotionalen Tiefen erlöst wurden die Zuschauer erst durch die Lieder, die die beiden auf höchstem Niveau sangen. Klassiker, wie „so long, Marianne“ über „Suzanne“ bis „thanks for the dance“ durften dabei nicht fehlen. Hier kamen Theaterfans noch einmal voll auf ihre Kosten und belohnten die Künstler mit minutenlangen Standing Ovation.