Neues Projekt Integrationspaten in Alzey vorgestellt

Neues Projekt Integrationspaten in Alzey vorgestellt

Zwischen Weltfrauentag und Champions-League-Achtelfinale stellte Edith Trossen-Pflug am 8. März im Rathaus der VG Alzey-Land das neue Projekt Integrationspaten vor.

Während Schulungen für Ehrenamtliche bereits fester Bestandteil der Flüchtlingshilfe in der Region sind, möchte die Organisatorin mit den Integrationspaten jetzt vor allem Menschen mit eigenem Migrationshintergrund ansprechen.

Acht Module umfasst eine Schulung,die den Paten das nötige Know-how an die Hand geben soll. In eineinhalb bis zwei Stunden pro Kurseinheit führen die Referenten aus Jobcenter, Rathaus und anderen Fachstellen die HelferInnen durch ihr Fachgebiet. Feedback Runden zwischen den Modulen sollen das Ansprechen von Problemen erleichtern.

Das Projekt rennt dabei offene Türen ein: Viele Flüchtlinge wollten helfen, freuten sich auch VG-Beigeordnete Ute Klenk-Kaufmann und VG-Flüchtlingsbeauftragte Ortrud Hamm.

In drei Wochen startet in Wörrstadt die nächste Schulung, an deren Ende für alle TeilnehmerInnen auch ein Zertifikat steht, mit dem sie ihr Engagement nachweisen können.

Langfristig peilt das Organisations-Team VG-übergreifende Schulungen an.

Zentrales Thema ist auch die gegenseitige Akzeptanz kultureller und religiöser Gepflogenheiten, die in den Schulungen unter dem Stichwort interkulturelle Kompetenz ihren Platz findet.

Wie wertvoll gerade an dieser Stelle ein Helfer mit Migrationshintergrund sein kann, stellte an diesem Abend der Iraner Ali Nikpoor unter Beweis: So komme es zwischen PatInnen und Betreuten vor allem dann zu Spannungen, wenn es an Wissen um unterschiedliche „Spielregeln“ in verschiedenen Kulturen fehlt.

Nachdem 2015 zunächst die Unterbringung von Asylsuchenden im Vordergrund gestanden habe, gehe es mittlerweile vor allem um eine gelungene Integration. Viele Ehrenamtliche hätten sich seitdem beim Helfen aufgerieben, weiß Edith Trossen-Pflug.

Das liege allerdings nicht zuletzt auch an Lücken in der Informationskette, merkt Lilli Küpper an, die sich selbst als „Mädchen für alles“ im Alzeyer Cafe Asyl bezeichnet. Häufig sei unklar, wer Ansprechpartner für welches Anliegen sei, Verantwortung werde dann gerne hin- und hergeschoben. Auch dieses Problem möchten die Schulungen beheben und die Ehrenamtlichen entlasten.

Um Hilfe nicht an Banalitäten scheitern zu lassen, sagte Edith Trossen-Pflug auch umgehend die Einrichtung eines Etats für Fahrkarten zu.  Bernd Schöfer, der in Biebelnheim einer pakistanischen Familie unter die Arme greift, hatte darauf hingewiesen, dass eine Fahrkarte für einen Paten in Biebelnheim zu seinem Betreuten oder Ämtern in Alzey und zurück 8,80 € koste für die meisten Geflüchteten noch unbezahlbar.

Auch Kritik am schwierigen Zugang zum Arbeitsmarkt und adäquatem Wohnraum landete im Rathaus auf dem Tisch. So schlug Schöfer auch eine Initiative vor, um den leerstehenden Wohnraum in vielen Ortskernen und passende Flüchtinge zusammenzubringen.

Einen zweiten Info-Abend machte die Gruppe auch umgehend dingfest:
Am 19. April um 18.30 Uhr sind alle Interessierten mit und ohne Migrationshintergrund sowie bereits in der Flüchtlingshilfe Tätige ins VG-Rathaus eingeladen, sich unverbindlich über die Schulungen zu informieren. In der Zwischenzeit können sich Interessierte an Ortrud Hamm wenden.

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