Ziele des Projektes „Forum Älter werden“AusgangssituationDie aktuellen Erkenntnisse zur demografischen Entwicklung unserer Gesellschaft belegt in dramatischer Weise, dass es in absehbarer Zeit immer mehr „Ältere“ und immer weniger „Jüngere“ geben wird.
In der Konsumgüterindustrie und Reisebranche wurden die stark steigenden Marktpotentiale erkannt, welche die „Älteren“ bieten. Dies macht sich immer mehr auch in der Werbung bemerkbar, eine Reihe von Produkten sprechen ganz gezielt ältere Menschen an, damit einher geht ein sich veränderndes Bewusstsein der relevanten Zielgruppe. Der rüstige Rentner ist aktiv, nimmt voll am täglichen Leben teil und entwickelt seine eigenen Vorstellungen vom Älter werden. Das Kümmern um die Enkel nimmt einen wichtigen Stellenwert ein, ist jedoch nicht unbedingt der wesentliche Bestandteil des Daseins.
Die Menschen wissen, dass körperliche Bewegung und Fitness wichtig sind, dennoch sind zu viele Menschen wenig oder gar nicht körperlich aktiv. Mit zunehmendem Alter wächst die Gefahr, durch relativ harmlose Stürze und andere Unfälle die „Mobilität“ in den eigenen vier Wänden zu verlieren, erschwerend kommt hinzu, dass die Wohnungen nicht „altengerecht“ ausgestattet sind.
Sportvereine, soziale und kommunale Einrichtungen gehen nicht in dem erforderlichen Maß auf diese Veränderungen ein. Statt präventiv etwas zu tun, ist die Gesellschaft mit den Aufwendungen und Kosten für Hilfsbedürftige und Pflegefälle konfrontiert.
Im Bereich „Wohnungsbau“ (Umbau und Neubau) hat das Thema „altengerechtes Wohnen“ noch nicht richtig Einzug gehalten, erst langsam sieht man in einzelnen Städten und Gemeinden entsprechende Projekte entstehen.
Dies hat sicherlich auch damit zu tun, dass die diesbezügliche Nachfrage noch nicht vorhanden ist, dies wiederum hängt damit zusammen, dass die öffentliche Diskussion erst im Anfangsstadium ist.
Ziele
Die Maßnahmen und Aktivitäten dieses Projektes zielen darauf ab, Älter werdende Menschen (ungefähr ab dem 60. Lebensjahr) für die sich verändernde, eigene Lebenssituation zu sensibilisieren und Denkanstöße zu geben, wie man mit den verschiedenen Aspekten des „Älter Werdens“ umgehen kann.
Das Projekt wird sich mit folgenden Zielgruppen befassen:
* Der noch rüstige Rentner (unabhängig vom Alter)
* Der eingeschränkte Ältere
* Der hilfsbedürftige Ältere
Zunächst sollen die folgenden Teilgebiete behandelt werden:
a) Die Wohnsituation
b) die körperliche und geistige Fitness
zu a.
Ein lediglich geringer Anteil älter werdender Menschen befasst sich konkret mit der Frage: „wie kann ich mit leichten oder auch schweren Beeinträchtigungen körperlicher oder auch geistiger Art in meiner momentanen Wohnung zu recht kommen“.
Im gesamten Wohnungsbau wird in nur geringem Umfang auf die Bedürfnisse von Älter werdenden Menschen eingegangen, erst in den letzten beiden Jahren gibt es zunehmend Objekte mit entsprechenden baulichen Maßnahmen.
In der Regel warten die betroffenen Menschen zu lange, um Vorsorge für sich verändernde Verhältnisse zu treffen, meistens so lange, bis es für derartige Maßnahmen zu spät ist.
Personen im noch rüstigen Alter von 60 – 70 Jahren tun sich wesentlich leichter mit Entscheidungen als solche im Alter von 75 Jahren und mehr. Hochaltrige tun sich besonders schwer, eine Veränderung ihrer Wohnsituation bewusst herbeizuführen.
Solche Veränderungen reichen von baulichen Maßnahmen zur Erreichung einer barrierefreien Wohnsituation in der bewohnten Wohnung bis hin zum Erwerb einer „altengerechten“ Eigentumswohnung bei Verkauf der bisherigen Immobilie.
Zu 2.
Bei der körperlichen Fitness geht es sowohl um das Erreichen einer besseren Fitness als auch um Bewegung zur Vorbeugung und Erhaltung der Gesundheit, dies hängt im Wesentlichen von der Intensität und der Art der Bewegungsprogramme ab.
Bei Menschen im fortgeschrittenen Alter (man spricht auch von Hochaltrigen) geht es vorrangig um die Erhaltung oder Wiedererlangung der Mobilität, „Sturzprophylaxe“ ist derzeit das beherrschende Thema. Fachverbände wie der Deutsche Turnerbund führen eine Reihe von Aus- und Fortbildungsangeboten durch.
Die Erhaltung einer guten, geistigen Fitness ist wesentliche Voraussetzung für ein gutes „Älter werden“. Es gibt neue Erkenntnissen, nach denen bereits das Bewegen in der freien Natur die notwendigen Impulse zur Erhaltung einer guten geistigen Fitness gibt.
Älter werdende Menschen wollen an der Entwicklung der Gesellschaft teilhaben, d.h. sie wollen sich auch mit den modernen Informationstechnologien befassen und wollen genauso im Internet surfen wie die Jungen. Die Beschäftigung mit diesem Medium trägt ebenfalls zur geistigen Fitness bei.
Die Seniorenarbeit muss heute anders, anspruchsvoller gestaltet werden, es genügen nicht mehr Altennachmittage mit Kaffe und Kuchen und etwas netter Unterhaltung. Insbesondere die jüngeren Alten verlangen mehr.
Wo kann ich weitere Informationen einholen?Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von öffentlichen und privatrechtlichen Institutionen und Vereinigungen, die sich mit allen Schattierungen dieser Thematik befassen.
Die Landesregierung Rheinland-Pfalz hat das Projekt „ZIRP“ = Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz ins Leben gerufen, um sich mit den Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf die kommunale Politik zu beschäftigen.
Die ersten Ergebnisse können auf der Website eingesehen werden www.zukunftsradar2030.de
Das Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit hat eine Broschüre „Gesundheit im Alter“ herausgegeben – www.masfg.rlp.de
In Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz – www.lzg-rlp.de
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) befasst sich mit Themen für Senioren generell: www.bagso.de
Ganz allgemeine Hinweise gibt es unter www.neue-wohnformen.de
(diese Liste wird ständig aktualisiert)
Ansprechpartner zu diesem Thema ist:
Herr
Detlef Mann
Am Grünen Weg 13
55239 Gau-Odernheim
Tel. 06733 960700
Fax 06733 960701
e-mail:
Detlef.Mann@t-online.de